Vor allem für Menschen, die unter einer Sehschwäche leiden, scheinen 3D-Brillen nicht die beste Lösung zu sein. Zieht man sie über die Brille, rutschen sie ständig von der Nase. Setzt man sie ohne die Sehhilfe auf, kann man im Zweifelsfall vom 3D-Effekt nicht allzu viel erkennen. Der Markt hat auf die mangelnde Nachfrage der 3D-Produkte reagiert und mit Toshiba brachte der erste Fernsehhersteller ein Gerät auf den Markt, das den 3D-Effekt auch ohne Brille erzeugen kann. Ob dieses Fernsehgerät wirklich dazu beiträgt, dass man gebannt auf dem angesagten Sofa von fashion4home zusammenzuckt, wenn sich ein Schneeball auf dem Bildschirm zu nähern scheint, bleibt fraglich.
Schon zum Ende des Jahres 2010 führte Toshiba in Japan Fernsehgeräte ein, die einen 3D-Effekt ohne dazugehörige Brille erzeugen konnten. Der Nachteil dieser neuen Technologie war allerdings, dass das Erlebnis eher klein ausfiel – die Bildschirmdiagonalen maßen gerade einmal 12 oder 20 Zoll. Auf der CES stellte Toshiba einen Prototypen eines 40-Zollers vor, den Chip-Online genau unter die Lupe genommen hat. In den kommenden Monaten möchte Toshiba Seriengeräte mit Bildschirmdiagonalen von 56 und 65 Zoll auf den Markt bringen. Diese sollen sich im Top-End-Segment positionieren und hauptsächlich Technikbegeisterte ansprechen. Das Urteil von Chip-Online ist eindeutig: Die technischen Feinheiten begeistern, das Ergebnis kann jedoch nicht überzeugen. Wer vom Ecksofa aus einen 3D-Effekt erleben möchte, bekommt diesen mit einem solchen Gerät nicht. Dazu muss man schon direkt vor dem Display Platz nehmen und senkrecht auf eben solches schauen.
Neben Toshiba hätte auch Samsung die technischen Voraussetzungen, ein 3D-Fernsehgerät auf den Markt zu bringen. Sie allerdings glauben an einen Durchbruch solcher Geräte frühestens in zehn Jahren, da die Entwicklung der Autostereoskopie noch nicht weit genug vorangeschritten sei. Dies sei auch der Grund, weshalb das 3D-Erlebnis nur aus einer begrenzten Zahl von Betrachtungspositionen möglich ist. Der Markt ist also noch nicht reif für eine solche Technik, die mindestens 32 mögliche Betrachtungspositionen voraussetzt, um zielführend eingesetzt werden zu können.
